Wie wähle ich bei der Bundestagswahl? (Teil 1)

Erste Etappe: die Wahlbenachrichtigung

Wann kommt die Wahlbenachrichtigung?

Ein Anmeldung zur Wahl ist nicht notwendig. Wenn du  wählen darfst,  bekommst du  bis 3 Wochen vor dem Wahltermin automatisch eine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten. Hast du bis zu diesem Zeitpunkt keine bekommen, solltest du dich  schleunigst  mit deiner Gemeinde in Verbindung setzen und fragen,  ob du im Wählerverzeichnis eingetragen bist.

Wahlbenachrichtigung für die Bundestagswahl 2017

Wahlbenachrichtigung verloren oder verlegt?

Die Wahlbenachrichtigung sollte zwar grundsätzlich zur Stimmabgabe mitgebracht werden, dies ist jedoch  nicht gesetzlich vorgeschrieben. Man darf also wählen gehen, wenn man seine Wahlbenachrichtigung verloren hat. Hauptsache, man ist im Wählerverzeichnis eingetragen.

 

Dort wird der Ort ihres Wahllokals genannt und der Zeitpunkt der Wahl. Hat man sich entschieden, zur Wahl zu gehen (die Wahl ist freiwillig, es gibt in Deutschland keine Wahlpflicht wie z. B. in Belgien, Luxemburg, Griechenland, der Türkei oder Zypern), so sollte man seine Wahlbenachrichtigungskarte mitnehmen und muss auf Verlangen seinen Personalausweis bzw. Reisepass vorweisen können. Die Vorlage der Wahlbenachrichtigung ist erwünscht, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Im Wahllokal legt man diese Dokumente vor und die Wahlhelfer teilen die amtlichen Wahldokumente (Stimmzettel) aus. Auf dem Stimmzettel kreuzt man in einer Wahlkabine, sodass niemand es sehen kann (Ausnahme: Menschen, die nicht lesen können oder körperlich beeinträchtigt sind, können sich einer Hilfsperson bedienen), den Direktkandidaten und die politische Partei oder Vereinigung an, die man wählen möchte (→ Erst- und Zweitstimme). Nach dem Gang zur Wahlkabine geht man mit den Dokumenten zum Tisch seines Wahlbezirks und ein Wahlhelfer hakt nach der Identitätsfeststellung die betreffende Person im Wählerverzeichnis ab, was den Wähler dazu berechtigt, seinen zusammengefalteten Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen.

Inhalt

Bei Bundestagswahlen können die Wählerinnen und Wähler zwei Kreuze auf dem Stimmzettel machen.

Mit der „Erststimme“ wählt man einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus seinem Wahlkreis. Von diesen Wahlkreisen gibt es in Deutschland insgesamt 299. In jedem davon leben im Durchschnitt 250.000 Menschen.

In den einzelnen Wahlkreisen konkurrieren die Kandidaten um die Erststimmen der Wähler. Jede Partei darf einen aufstellen, aber auch unabhängige Kandidaturen sind möglich.

Jeder Kandidat macht Werbung für sich und seine Partei, tourt durch den Bezirk und präsentiert Themen, die seiner Meinung nach für die Region und für seine Partei besonders wichtig sind.

Wer die meisten Erststimmen in seinem Wahlkreis bekommt, erhält ein Direktmandat und kommt als Abgeordneter in den Bundestag. Alle anderen Kandidaten gehen leer aus.

So kommen insgesamt 299 Abgeordnete in den Bundestag.

Durch das Prinzip der Erststimme wird sicher gestellt, dass jede Region im Bundestag vertreten ist.

Die „Zweitstimme“ – sie ist trotz ihres Namens wichtiger als die Erststimme: Denn die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag – also darüber, wie viele der insgesamt 598 Sitze im Bundestag jeweils einer Partei zustehen. Um die Zweitstimmen geht es auch bei den Hochrechnungen an den Wahlabenden.

Vereinfacht gesagt: Hat eine Partei 40 Prozent der Zweitstimmen gewonnen, bekommt sie mindestens 40 Prozent der Sitze im Bundestag.

Die Zweitstimmen zählen jedoch nur, wenn Parteien mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen oder drei Wahlkreise gewonnen haben. Wenn nicht, verfallen die Zweitstimmen.

Mit der Zweitstimme entscheiden sich die Wähler nicht für eine Person, sondern für die Landesliste einer Partei. Auf dieser Liste stehen die Kandidaten, die eine Partei für das Bundesland nach Berlin schicken möchte.

Dabei kommt es auf die Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste an, denn die Parteien entsenden ihre Kandidaten im Verhältnis zu ihren gewonnenen Zweitstimmen nach Berlin. Wer oben steht, kommt eher dran.

Bei der Sitzverteilung im Bundestag gilt dann folgendes: Zuerst werden die Plätze an die Direktkandidaten einer Partei vergeben. Dann folgen die Kandidaten von den Landeslisten.

Vereinfacht gesagt, kommt die eine Hälfte der Abgeordneten also über die Erststimme in den Bundestag. Die Gesamtzahl der Sitze, die eine Partei im Bundestag erhält, wird dagegen durch die gewonnenen Zweitstimmen bestimmt.

Wann ist die Bundestagswahl 2017?

Kalenderblatt mit Datum der Wahl 2017

Datum der Bundestagswahl 2017

Der Termin steht fest: Die Wahl findet am 24. September 2017 statt. Die Wahllokale werden an diesem Tag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet sein. So lange dauert es noch bis zur Öffnung:

Hier finden Sie einen Kalender zum Herunterladen als .ics / iCal-Datei. Mit dieser Datei können Sie das Datum in Ihren elektronischen Kalender (Apple, Android, Outlook etc.) eintragen:
24. September 2017: .ics download

Wie wird über das Datum für die Wahl entschieden?

Bundestagswahlen finden grundsätzlich alle vier Jahre statt. Ein Dreivierteljahr vor der Wahl setzt der Bundespräsident das genaue Datum fest. Eine Zeitspanne für das Datum sowie weitere Details werden durch das Bundeswahlgesetz bestimmt.

 

Termin für die Bundeskanzlerwahl (Bundestagswahl) 2017

Wann ist die übernächste Bundestagswahl?

Normalerweise wird die übernächste Bundestagswahl im September 2021 stattfinden. Im Fall der Auflösung des Bundestages oder im Verteidigungsfall kann die Wahlperiode jedoch verkürzt oder verlängert werden.

Weitere Details zum Datum der Bundestagswahl sowie einen Wahlkalender finden Sie auf bundestagswahl-2017.com.

 

Die Bundestagswahl: drei Dinge, die Sie wissen sollten

Unterschied zwischen Bundestagswahl und Bundeskanzlerwahl

1. Was ist der Unterschied zwischen Bundestagswahl und Bundeskanzlerwahl?

Oft wird die Bundeskanzlerwahl mit der Bundestagswahl verwechselt. Dabei handelt es sich aber um zwei unterschiedliche Wahlen:

  • Bei der Bundestagswahl wählt das deutsche Volk seine Vertreter im Bundestag: die Bundestagsabgeordneten.
  • Bei der Bundeskanzlerwahl stimmt der Bundestag über einen vom  Bundespräsidenten vorgeschlagenen Bundes­­­kanzler­kandidaten ab.

Unterschied zwischen Bundestagswahl und Bundeskanzlerwahl

Zusatzfrage: Wie demokratisch ist die Bundeskanzlerwahl?

Im Zusammenhang mit der Bundeskanzlerwahl kann man aus den folgenden zwei Gründen von einem Demokratiedefizit sprechen:

  • Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin wird nicht unmittelbar vom Volk gewählt. Eine direkte Wahl wäre durchaus möglich: Ein Beispiel dafür ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich.
  • Die Bundeskanzlerwahl entspricht nicht der Idee einer strikten Gewaltenteilung: Ein Organ der Legislative (der Bundestag) wählt hier ein Organ der Exekutive (den Bundeskanzler). Eine mehr oder weniger ausgeprägte Gewaltenteilung ist Bestandteil jeder modernen Demokratie.

2. Welche Staatsorgane werden in Deutschland vom Volk gewählt?

Was wird bei der Bundestagswahl gewählt

Die Bundestagswahlen sind auf Bundesebene die einzigen Wahlen, bei denen das Volk ein Staatsorgan direkt wählt.

Die Legislative (gesetzgebende Gewalt) besteht in Deutschland aus den zwei Kammern Bundestag und Bundesrat. Der Bundesrat besteht nicht aus direkt gewählten Vertretern des Volkes. Es wird also nur die Hälfte von der gesetzgebenden Gewalt direkt vom Volk gewählt.

Die Organe der anderen beiden Staatsgewalten Exekutive (ausführende Gewalt) und Judikative (Rechtsprechung) werden nicht vom Volk direkt gewählt.

3. Bundestagswahlen oder Bundestagswahl?

Neben der Verwechslung von Bundeskanzlerwahl und Bundestagswahl ist ein weiterer Fehler die Benutzung des Begriffs „Bundestagswahlen“ im Plural, obwohl hier lediglich eine Wahl gemeint wird.

So wird in Suchmaschinen wie Google oft „Bundestagswahlen 2017“ eingegeben, obwohl nur Informationen über die kommende Bundestagswahl gesucht werden. Die Verwendung von „Bundestagswahlen“ im Plural ist an sich nicht falsch, wenn es tatsächlich um mehrere Wahlen geht, wie im folgenden Beispielsatz:

Bei der Bundestagswahl 2017 wird die Wahlbeteiligung wahrscheinlich höher liegen als bei vergangenen Bundestagswahlen.

 

Umfrage zur Bundestagswahl 2017

Umfrage zur Bundestagswahl

In 8 Monaten findet die nächste Bundestagswahl statt. Hier können Sie schon jetzt Ihre Meinung abgeben:

Welche Partei werden Sie bei der Bundestagswahl 2017 wählen?

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